Gestern flog ich wieder nach Melbourne und freute mich auch schon auf die Stadt und die Leute. Bekamen ein Angebot wieder privat zu wohnen. Da es gestern jedoch unguenstig war bei Kristin einzuziehen, fragte ich mal unverbindlich bei Paul nach. Paul ist derjenige, bei dem wir vorher auch schon verweilt haben.
Klar kein Problem, er holte mich vom Busbahnhof ab, worueber ich sehr dankbar war, denn mein Gepaeck scheint jedesmal schwerer zu werden.
Er sagte mir vorher, dass es nur eine kleine Wohnung war. Na wir schauen mal.
Mich traf fast der Schlag. Er hat ein zweistoeckiges Apartement im 25. Stock mitten in der City. Was das bedeutet koennt ihr euch vielleicht vorstellen. Ein wahnsinns Ausblick auf die Skyline...ich kam mir etwas vor wie im Film. alles vom feinsten, ja wenn ich wollte kann ich auch Sauna, Pool und Fitnessanlage mitbenutzen. Wie bitte? Noch ein Tag vorher sehnte ich mich nach einer Sauna und nun war sie da? wow, kann ich da nur sagen.
Der Lift kann nur durch einen speziellen Sicherheitscode benutzt werden, alles ist sicher...zurueck im Land der Protzen. willst du was trinken? fragte er mich. Klar, warum nicht.Ja ich habe aber nur Champagner. Welcome home. Nach der Flasche gingen wir in die naechste Bar. Ich brauchte eigentlich nichts mehr, doch Paul ist nicht aufzuhalten. Nach einigen Drinks meinte er wir muessen nun noch tanzen gehen. Somit machten wir uns auf die Suche nach einem 80er Jahre Schuppen. Da laufen zu anstrengend ist, fuhren wir einige Runden mit dem Taxi. Der erste Laden sagte ihm nicht zu, also fuhren wir ins Casino. Kam mir auch gar nicht underdressed vor. Mit aufgeschlitzten Jeans, Top...naja, aber mit ihm kommt man immer und ueberall rein.
Britti - 7. Okt, 14:27
Zum kroennenden Abschluss machten wir eine Taschenlampenwanderung in einem Gefaengnis. Vorher tranken wir uns in der Brauerei noch etwas Mut an und schaukelten uns gegenseitig hoch. Letztendlich hatten wir beide etwas Schiss.
Zum Glueck trafen wir am Morgen noch Peter (Bericht: Auf in den Norden mit Peter und Dyana)rein zufaellig im Supermarkt. Er schloss sich der Tour an. Es war schon dunkel und es goss wieder in Stroehmen. Genau die richtige Stimmung. Linda unser Guide erzaehlte uns etwas ueber das Gefaengnis, Gruselgeschichten usw. in dem Moment war ich froh, dass sie einen sehr starken Akzent hatte und ich nicht viel mitbekam. Wir standen in einem dieser langen Gaenge, man kann es sich so vorstellen wie "Frauenknast" auf RTL. Es ging ueber vier Etagen, unter anderem hing ein Netz, damit niemand runter fallen kann oder alles was runter geschmissen wurde, aufgefangen wurde.
Ploetzlich kam ein Schrei aus dem nichts und eine Puppe fiel auf das Netz. Ohhhh, hilfe. Jetzt war ich ja doch ziemlich angespannt. Linda hatte einen Blecheimer in der Hand und erklaerte, dass dieser als WC diente. Sie liess ihn ausversehen fallen. Es scheppperte und ich schrie erstmal. Ich kam mir vor wie im Geisterhaus. Anja und ich hakten uns ein, schauten uns an und meinten die Tour geht noch ueber ne Stunde. Peter amuesierte sich wohl koestlich darueber. Alles was jetzt noch kam (knallende Tueren, Schreie auf dem Hof), erschreckte mich nicht mehr so.
Als wir die Folterabteilung erreichten, lief es mir kalt den Ruecken hinunter. 1965 wurde das letzte Mal jemand gehaengt. Unter anderem wurde das Gefaengnis erst 1991 geschlossen. Da kann ich nur hoffen, dass die Leute nicht in den Zellen untergebracht waren, die wir gesehen haben. Es war abscheulich. Unsere Tour beendeten wir in der Gefaengniskirche, wo man heute heiraten kann. Wie geschmacklos ist das?
Britti - 7. Okt, 13:53
Der Tag der Abreise rueckte immer naeher und ich hatte noch nicht viel von der Umgebung gesehen. Somit beschloss ich, noch einen Tagesausflug nach Rottnest Island zu machen. Bekam Verstaerkung von Anja.
Die letzten Tage war das Wetter wieder ertraeglich, Sonne und kaum Regen, also hofften wir fuer diesen Tag auch darauf. Leider meldete der Wetterbericht einige Schauer.
Die Insel ist am besten per Rad zu erkunden, somit stiegen wir auf die Drahtesel und fuhren los.
Es war trocken und teilweise kam sogar die Sonne raus. Wir fuhren und fuhren...verfuhren uns und sind dabei auf ein Quokka gestossen. Ouokka ist die kleinste Art eines Kaenguruhs und aehnelt aber auch einer Ratte. Diese Tiere leben nur auf Rottnest. Gut, somit hatten wir das auch gesehen.
Fanden unseren Weg wieder, als es zu troepfeln anfing. Wir dachten es hoert sicher gleich wieder auf, doch aus dem Schauer wurde ein Dauerregen. Wir waren nass bis auf die Schluepfer, als wir nach knappen 20 km wieder am Ausgangspunkt ankamen.
Mir kam die Idee, in einen Waschsalon zu gehen, doch zuerst fragten wir in einem Hotel. Doch die wollten uns nicht haben. Warum auch, sahen aus wie zwei straeubende Hunde.
Auf der Suche nach dem Salon musste ich anfangen mit lachen, denn mir kam die Werbung in den Sinn. Als wir dort ankamen, waren wir natuerlich nicht allein. Eine Mama sass da mit ihren drei Kindern und spielte Karten, als wir anfingen uns auszupellen. Sie schaute erst etwas skeptisch, doch dann fing sie an zu lachen und war uns noch mit den Beweisfotos behilflich.
Wir verliessen trocken den Salon und die Sonne schien. Na vielen Dank auch.
Denke die Insel ist wunderschoen, doch leider konnten wir nirgends anhalten und die Straende bewundern. Also wenn jemand von euch mal dort vorbei kommt, dann nehmt die Sonne mit.
Britti - 7. Okt, 13:48
Samstag war der letzte Arbeitstag bei Nemo. Alle waren mehr als froh und erschoepft. Meine Wenigkeit, ist noch krank geworden und verbrachte 1,5 Tage im Bett. Doch der letzte Tag ging noch, zumal es Cash gab.
So startete ich 8:30 Uhr. Alles war wie immer, die Sprueche, die Leute, das Wetter ( welches durchaus zu wuenschen uebrig liess, da es doch sehr oft schauerte und wir nicht mal nen Dach hatten. Hiess wir standen immer im Regen und die Teddies wurden auch nass.)...
In meiner einstuendigen Pause schlenderte ich ueber den Markt und kaufte mir ne Zuckerwatte...und ich zaehlte wieviel Stunden es noch sein werden. Die Zeit verging, ich hatte Gewinner, manchmal half ich da etwas nach. Bin schliesslich kein Unmensch, ausserdem mag ich es wenn sich Menschen freuen.
Das letzte Feuerwerk war zu ende, es konnte nicht mehr solange dauern.
Bis man mich fragte, ob ich bis Mitternacht arbeiten koennte. Klar. Doch faehrt um die Uhrzeit noch ein Zug? Angeblich ja.
Wir packten alle Tiere ein und raeumten zusammen. Schliesslich war es Mitternacht, ich holte mein Geld ab, was natuerlich wieder nicht stimmte und ging zur Haltstelle, wo der Zug fahren sollte. Was war das? Das Tor war verschlossen, hmmm suchte den Securiety, der mir mitteilte, ich muesse zum Gate 8 laufen. Doch wo zum Teufel ist Gate 8. Mein Zug sollte in 10 Minuten abfahren.
Natuerlich fand ich das Gate erst nach langer langer Zeit. Ich war so aergerlich, dass ich am liebsten geheult haette. Ausserdem hatte ich Durst und Hunger.
Dort angekommen erkundigte ich mich und man teilte mir mit, dass der Zug nicht mehr faehrt. Toll!!! und nun? Ja, ich hatte die Moeglichkeit zur naechsten Station zu laufen. Wusste allerdings nicht in welche Richtung, hatte das Geld einstecken und es war fast ein Uhr. Nicht unbedingt gute Voraussetzungen fuer mich. Kam auf die Idee ein Taxi zu nehmen. Natuerlich hatte ich nun keine Nummer. Ist doch klar, doch wie der Zufall es so will, es fuhr eins vorbei. Somit rief ich an, doch die vermittelten nicht, es kam nur Werbung.
Nachdem ich mich dann genug geaergert hatte, kam ein leeres angefahren und ich stieg ein. Bezahlte ne Menge Geld, heisst, ich haette mir die letzten beiden Stunden sparen koennen. Naja, bin unversehrt im Hostel angekommen und wollte nun noch ne Kleinigkeit essen. Auch das war mir nicht gegoennt. Milan reinigte gerade und ich musste warten, rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr zwei Uhr lag ich endlich im Bett. Erschoepft und mit grauen Haaren.
Britti - 7. Okt, 13:34
Den darauf folgenden Tag, hatte ich frei. Doch von wegen faulenzen, nein es war Zeit von Freddy Abschied zu nehmen.
Die Kaeufer, ein franz. Paerchen waren sehr nervenaufreibend. Ausserdem gab es hier und da noch was zu reparieren und das geschah an dem Mittwoch. Somit fuhr ich morgens in die Werkstatt, um die Reifen zu tauschen. Dann warteten wir, dass sie uns endlich die Kohle bringen. Ja, sie kamen zum xten Mal, doch Geld, was ist das? Sie hatten scheinbar Probleme das Geld aus Frankreich zu bekommen. Somit haben wir uns wieder umsonst gefreut. Doch der Tag war so gut wie um.
Wir probierten es am Freitag nochmal und finally, wir bekamen das Geld. So, nun hiess es nur noch Freddy erklaeren, wie funktioniert was und noch eine letzte Fahrt. Eigentlich waren wir nicht ganz fair, denn das was das Bett ist, ein Teil davon war durchgebrochen, doch man muss sich nur zu helfen wissen. Ausserdem ist der Kuehler kaputt, was aber nichtmal den TUEV stoerte, naja und sicher noch andere Kleinigkeiten...es verlief alles gut und sie rauschten, nach anfaenglichen Schwierigkeiten, davon. Bye bye Freddy, wir hatte eine gute Zeit mit dir.
Nun hofften wir nur noch, dass sie ja nicht wieder auftauchen, weil irgendwas kaputt war. Aber alles war gut. Ende gut,alles gut.
Britti - 7. Okt, 13:14
Tja, als ich das erste Mal drueber nachdachte, kamen mir viele Leute in den Sinn, moeglicherweise eine Ue-party oder aehnliches. Doch es kam natuerlich ganz anders. Ich haette nicht mal gemerkt, dass ich Geburtstag habe, wenn da nicht Sarah gewesen waere. Datum, Monat - man verliert halt jegliches Zeitgefuehl. Auf jeden Fall musste ich arbeiten. Na so ein Tag auf dem Rummel hat doch auch was.
Es wussten nicht viele, dass es mein Tag ist, trotzdem gratulierten mich fremde Leute und es war lustig. Am Abend gab es ein Feuerwerk, wie fuer mich gemacht. Doch die Schicht wollte und wollte einfach nicht zu Ende gehen. Kurz nach 22 Uhr war es soweit. Man man man.
Im Hostel erwarteten mich meine deutschen Maedels. Sie empfingen mich mit einer Schokotorte und viel zu vielen Kerzen (da verliert man schon den Ueberblick, wie alt bin ich geworden? Man schaetzt mich auf 24!!!) Ich packte meine Geschenke aus und das Telefon lief heiss. Danke, an alle die an mich frueher oder spaeter gedacht haben. (-:
So sehr viel Party gab es nicht, denn Sarah war krank und konnte sich kaum auf den Beinen halten und Anja musste am Naechsten Morgen zeitig raus. Im Alter soll man ja auch etwas ruhiger werden. Hab ich damit gemacht.
Britti - 7. Okt, 13:03
Die letzte Woche habe ich es mal wieder mit arbeiten probiert. In Perth war ein Jahrmarkt, die dringend Leute suchten.
So gingen wir hin und checkten die Lage. Acht lange Tage lagen vor uns. 11, 12 oder 13 Stunden am Tag.
Das Vorstellungsgespraech bestand aus praktizieren der Spiele, wie Baelle werfen, Flaschen aufstellen etc. na gut dann wollen wir mal. Der erste Tag rueckte immer naeher. Irgendwie verging mir die Lust bei dem Gedanken an laute schrille Geraeusche, tausenden von Menschen und haesslichen riesigen Plueschtieren. Ich durfte zu dem Nemospiel gehen, soll heissen man hatte drei Versuche und drei Zielscheiben, um Nemo aus seinem Kaefig zu befreien. Die ersten Stunden waren doch sehr muehsam, alle schauten nur und keiner wollte spielen, doch im Laufe des Tages aenderte sich das.
Ich will nicht sagen, dass der Tag schnell verging, doch es war auszuhalten.
Am naechsten Tag bekam ich ein riesiges Lob und erfuhr, dass ich die meisten Einnahmen hatte, naja man gibt was man kann. Ausserdem sollte ich das Mikro uebernehmen. Hmmm aber das war etwas zu viel verlangt, ich meine ich schreie gern ein paar Standardsaetze in die Runde, aber nicht ins Mikro.
Am zweiten Tag erzaehlten mir ein paar Maedels, dass sie vom Jahrmarkt getraeumt hatten. Oh mein Gott, doch in der darauffolgenden Nacht war es bei mir nicht anders. Die Kunden standen quasi an meinem Bett, wollten bezahlen und brauchten Baelle. Und immer wieder hoerte ich die Standardsaetze One two three set Nemo. Who wanna be the next winner. We looking for new winner. We have only the big and lovely cuddling here, come and try...blahhhhhh.free
Britti - 7. Okt, 12:50